Bericht vom Samstagspilgern mit Grossrätin Julia Müller am 4. Mai 2024

Am Bahnhof Rabius treffen sich die 14 Pilgernden, wie vereinbart um 09h00 für den gemeinsam Weg nach Disentis. Mit dabei ist auch Julia Müller, die Grossrätin der SP, welchen den heuten Tag gedanklich begleitet.

Immer mehr, in einer endlichen Welt. Dies der übergeordnete Titel ihrer drei Gedankenanstösse, welche sie während dreier Pausen unter die Gruppe streut. Nach dem ersten Aufstieg zum Aussichtspunkt über Rabius, wo man weit in die schöne Landschaft der Surselva sieht, freuen sich alle über eine Verschnaufpause und die Möglichkeit, den Worten Julias zu lauschen. Sie beschreibt die grösste globale Herausforderung unserer Zeit, die Klimakrise. Sie lässt auch nicht aus, dass Wachstum beschränkt ist und stellt die Frage, wie ein nachhaltiges Wirtschaftssystem für Graubünden funktionieren könnte? Lässt sich Wachstum auch durch Effizienz steigern?

Bereits beginnen die ersten Diskussionen unter den Teilnehmenden, was gut ist, denn auf dem Weg hinab nach Sumvitg lässt es sich angenehm reden. Auch entlang dem Rhein ebben die Unterhaltungen nicht ab und bei Crappa Grossa, wo die Gruppe für die Mittagsrast halt macht, findet jeder und jede einen Sitzplatz zum Ruhen und Schmausen.

Bevor der Aufbruch ansteht, stellt Julia dar, dass die Ausgangslagen für eine nachhaltige Wirtschaft im globalen Spektrum unterschiedlich sind. Der globale Süden beispielsweise hatte noch nicht die Möglichkeit, sich auf ein vergleichbaren Niveau zu entwickeln wie die priviligierte Schweiz auf der nördlichen Halbkugel. Ist es nun angebracht, von diesen Zurückhaltung zu fordern? Rasch werden die ersten Meinungen geäussert. Man ist sich einig, Entwicklung muss auch im globalen Süden möglich sein, aber es sollten nicht die gleichen Fehler wiederholt werden. Dies beispielsweise in Bezug auf die Verwendung von fossilbetriebenen Fahrzeugen. Auch wird angemerkt, dass sich in der Schweiz Handeln „nur“ über das Portemonnaie bewerkstelligen lässt. Dies führt zum Hinweis, dass dies die falschen trifft. Weniger wohlhabende Menschen müssten sich bei einer Steuerung über den Preis unverhältnismässig stärker einschränken und wohlhabende könnten weiterfahren wie bisher. Als Fazit kann man festhalten, dass das Problem erkannt, aber praktikable Lösungen nicht in Sicht sind. Zuletzt erfolgt eine Veranschaulichung, dass die globale Bevölkerung über die Atmung verbunden ist, denn es ist im Grunde dieselbe Luft die zwischen Süden und Norden zirkuliert.

Auch auf der zweiten Hälfte des heutigen Tages wird fleissig weiter debattiert. Es werden Geschichten, Wissen und Meinungen getauscht. Der Rhein und sein bewaldetes Ufer liegen bald hinter der Gruppe und in Disla sammelt sie sich vor der Kappelle des Ortes. Nun geht Julia auf eine Frage ein, welche in der Mittagsrunde gestellt wurde. Was kann die Bündnerregierung beitragen, um die Klimakrise abzuwenden? Es wird der Green Deal erwähnt. Eine Gesetzesgrundlage, welche die Erreichung des 1.5 Grad-Zieles auf kantonaler Ebene vorgibt. Diese enthält Massnahmen und zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, welche die Transition der Wirtschaft und Gesellschaft in Graubünden beschleunigen soll.

Etwas müde, aber sehr zufrieden bedankt sich die Pilgerschaft vor der Toren des Klosters Disentis bei Julia Müller für das Teilen ihrer Gedanken. Im Zug zurück nach Chur wenden sich die Gedanken bereits dem nächsten Samstagspilgern zu und der heutige Sa, 4. Mai 24 wird allen beteiligten in guter Erinnerung bleiben.

Claudio Föhn

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