Bericht vom Samstagspilgern am 14./15. Mai 2022

Wattwil – Gossau/SG: Samstags- und Sonntagspilgern auf dem Kolumbansweg

Das war ein reichhaltiges Wochenende auf dem Kolumbansweg. Wolfgang und Francoise Sieber haben ein sehr schönes Erlebnis rekognosziert. Hier der Bericht dazu.

2-Tage-Samstagspilgern auf dem Kolumbansweg

Autor: Wolfgang Sieber

Die Wetterpropheten hatten es vorausgesagt – und leider zu einem Teil Recht behalten: zum Start leichter Regen, danach ein wolkenverhangener Himmel.

Die 12 Teilnehmer dieser Pilgerwanderung liessen sich nicht beirren und marschierten gut gelaunt von Wattwil nach Lichtensteig, wo bereits die erste positive Überraschung wartete. Fredy Duft, wohnhaft in der Region, offerierte im Gästezimmer der Galluskirche Kaffee, Gipfeli und Biberli. In Anbetracht der kühlen Witterung wurde dieser Halt herzlich genossen. Während der Kaffeepause weihte der Stadtführer von Lichtensteig, René Stäheli, die Pilger in die Geschichte von Lichtensteig und vom Toggenburg ein.

Der Schreibende führte mit einigen Worten ein auf das Thema Natur und Gesundheit, indem er vor allem die Entschleunigung im weiteren Sinne ansprach, nämlich im Umgang mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit der umgebenden Natur.
Ein Gruppenbild vor der Kolumbansweg-Plakette durfte nicht fehlen, bevor die Gruppe, gut gestärkt, den nächsten Weg-Abschnitt unter die Füsse nahm.

Der Aufstieg zur Wasserfluh-Passhöhe gestaltete sich dann wider Erwarten schwierig, war der Weg doch teilweise durch umfangreiche Forstarbeiten blockiert, was zu erheblichen Klettereien und Turnübungen führte.

Mit einer stündigen Verspätung konnte kurz darauf die Mittagsrast abgehalten werden. Heiner Nidecker führte das Tages-Thema Natur und Gesundheit weiter aus und zeigte auf, wie Kolumban in seinen Mönchsregeln die Askese als ein Zurückhalten in jeder Beziehung verstand, was auch im heutigen Leben vermehrt berücksichtigt werden sollte, sowohl in der Ernährung wie auch im Nutzen bzw. Verschwenden von Ressourcen.

Ein längerer Abstieg führte die Pilgergruppe nach Brunnadern, dann dem Necker entlang und schliesslich hinauf nach Mogelsberg.

Kurz vor Ankunft nochmals ein Zwischenfall: ein Mitglied musste wegen einer Lebensmittelvergiftung mit der Ambulanz abgeholt und ins Spital Wattwil gebracht werden. Ein Schrecken, der allen in die Knochen fuhr.

Damit war dann der Bedarf an unerwarteten und unschönen Ereignissen gedeckt und die Pilger bezogen ihre Zimmer im Hotel Löwen. Ein reichliches und sehr gutes Nachtessen schloss den Tag und liess die Stimmung wieder etwas ansteigen. Die Mitteilung, dass unser Wanderkamerad noch am Abend das Spital verlassen durfte, sorgte dann für Entspannung.

Der Sonntagmorgen grüsste mit grauen Wolken und liess erneut Ungutes erwarten, zum Glück aber blieben wir den ganzen Tag vom Regen verschont, ja am Ende schien gar die Sonne.

Zuerst wurde der paritätischen Jakobuskirche in Mogelsberg ein Besuch abgestattet, bestand die Gruppe doch aus Jakobspilgern. Eine schöne Jakobsstatue lohnte die Stippvisite.

Hinunter ging´s nach Böschenbach, dann recht steil hinauf nach Gonzenwil und Moos, über ein angenehm zu wanderndes Hochplateau und durch den Wald, bis schliesslich das Zisterzienserinnen-Kloster von Magdenau die Wanderer empfing. Nun war ein Kaffee hoch willkommen, bevor in der St. Verena-Kirche erneut auf das Tages-Thema Natur und Gesundheit eingegangen wurde. Der Schreibende zog eine Linie von den keltischen Druiden über die irischen Mönche bis in die heutige Zeit. Es ging darum aufzuzeigen, wie die Natur den Druiden, dann den irischen Mönchen wie auch den späteren Klöstern bis in die heutige Zeit Mittel lieferte für die Heilkunst. Besonders erwähnte er in diesem Zusammenhang Pfarrer Künzle, Paracelsus und Hildegard von Bingen.

Der Weitermarsch erfolgte bereits bei sonnigem und warmem Wetter. Im Weiler Burgau, in dem vor knapp zwei Monaten eine Kolumbansweg-Plakette angebracht worden war, war Picnic-Zeit. Ruedi Hollenstein, der Organisator der Plaketten-Enthüllung, war auch der Helfer bei der Mittagsrast. organisierte Tisch und Bank und überraschte die Pilger mit einem Schokoladeherz zum Muttertag.

Das Zweitage-Thema wurde von Heiner Nidecker mit einigen Gedanken über das Eremitensein abgeschlossen.

Die letzte Strecke nach Gossau war flach und bot nochmals Gelegenheit für alle, miteinander im Gespräch zu bleiben und auf die vergangenen zwei Tage zurückzublicken. Die Verabschiedung am Bahnhof wurde mit dem Wunsch verbunden, am 5. November beim nächsten Samstagspilgern auf dem Kolumbansweg von Gossau nach St. Gallen mit Stiftsbibliothek- und Kathedralenbesuch wieder dabei sein zu dürfen.

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