Bericht vom Jakobustag 2021

Jakobustag, Sonntag, 25. Juli 2021
Gute Zeit erlebt, am Jakobustag!

Fällt der 25 Juli, der Jakobus-Namenstag, wie diesjährig auf einen Sonntag, dann läuten in Santiago de Compostela die Glocken zum Heiligen Jahr. Da finden sich unzählbar viele Pilgernde bei der Kathedrale ein, betreten diese durch die Heilige Pfporte wohl rund um die Uhr, feiern Messen zu Ehren des Jakobus und sehen den Botafumeiro, das etwa 1,60 m hohe und 54 kg schwere Weihrauchfass durch den Kirchenraum sausen.

Bei uns in Graubünden fiel das Jakobus-Gedenken am vergangenen Sonntag, 25. Juli in weit bescheidenerem aber um nichts weniger bewegenden Rahmen aus. In der Messe der Churer Erlöserpfarrei hat nicht der heilige Jakobus den Ton angegeben und die Pilgerschritte nach dem Gottesdienst suchten nicht seine Spur. Einfach eine gute Zeit durften wir am Jakobus-Gedenktag erleben, einen schlichten, schönen Tag und «gut», «schlicht» und «schön» meinen hier erfüllend, sinnstiftend, mit guten Gesprächen, mit guten Begegnungen auf gutem Weg durch beeindruckend schöne Landschaft.

Für die Eucharistiefeier nahm sich Pfr. Francis das Speisungswunder der 5000 zum Thema. Er legte dieses mit der sehr schön erzählten Geschichte eines kleinen Mädchens, das für wenig Geld seinen kranken Bruder wundersam zu heilen vermag, aus. Pfr. Francis betonte mit seiner Auslegung das Wunder des Dienens im persönlichen Alltag. Die Lieder waren sorgfältig ausgesucht und die Gebete bedacht formuliert und stellten immer wieder den Bezug zu Jakobus her. Edit Niederberger gestaltete die Lesung, Christine Nidecker die Fürbitte und Heiner Nidecker die Meditation zu Jakobus nach der Kommunion.

Anschliessend an den Gottesdienst gings per Bus zum Fürstenwald, von dort über den Weg durch den prächtigen, mittlerweilen nassen fürstlichen Wald hin zu einer seiner Picknickstellen. Wenn das Erlebnis stimmig ist, lässt es sich auch unter dem Regenschirm picknicken. Das war bei uns Graubündner Jakobuspilgernden der Fall. Nein, die Brötchen, Rüebli, Riegel, Käs- und Nüsslein wurden nicht schweigend verzehrt, begleitet vielmehr von einem lustigen, anregenden und das gegenseitige Vertrauen weckenden Gedankenaustausch. Der Weg führte weiter über die «Weitenen» von Trimmis. Mit ihrer Blumenpracht, den Steinmäuerchen und Waiden liessen auch sie das unstete Wetter vergessen. Zur Feier des Tages wurden in der «Krone» von Trimmis die Pilgernden mit einem Dessert beschenkt. Die einen verblieben danach in Trimmis, das Gros der Gruppe wanderte bis Zizers weiter. Jetzt führte der Weg am mittelalterliche Hofgut Molinära vorbei hin zu den Rebbergen «Rappengugg» und der prächtigen Ochsenweid und ihren Eichenbäumen.

Die Wege blieben während der gut 13 km langen Wanderung breit angelegt und erlaubten hin- und wieder das Gehen zu Dritt nebeneinander her. Das führte zu vielfäligen Gesprächen, Erzählungen und Berichten über die Dinge, die das Leben leicht und schön machen. Der Jakobustag in diesem Heiligen Jahr verschenkte uns allen eine gute Zeit, einen «schönen Tag», wie eingangs erwähnt. Diese gute Zeit mag hier und dort und rückblickend auch ein wenig als heilige Zeit erlebt worden sein. Danke!

Heiner Nidecker

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